Stellungnahme zur ersten Schulwoche im Lockdown 2021

Braunschweig - 15.01.2021

Uns von IServ ist die reibungslose Nutzung unserer Software und die Zufriedenheit unserer Kundinnen und Kunden sehr wichtig.

In den vergangenen 20 Jahren haben wir mit IServ eine umfassende, praxisnahe und stabile Schulplattform entwickelt, die Schulen auf eigener Hardware oder im Rechenzentrum betreiben. Seit der Corona-Pandemie haben Schulplattformen endlich die Aufmerksamkeit bekommen, die ihnen in unserer heutigen digitalen Welt zukommen muss. Da zum Beginn der Pandemie viele Schulen ohne funktionierende digitale Lösung waren und wir die oftmals langwierigen Beschaffungsprozesse der öffentlichen Verwaltung kennen, haben wir unsere Schulplattform für sechs Monate kostenlos allen deutschen Schulen bereitgestellt.

Da auch die neu hinzugekommenen Schulen mit unserer Plattform durchweg sehr zufrieden waren, konnten wir in 2020 die Anzahl der von uns betreuten Schulen auf über 4.500 mehr als verdoppeln. Mittlerweile lernen und arbeiten täglich über 2,3 Mio. Schülerinnen und Schüler mit IServ. Dieser großen Verantwortung sind wir uns bewusst und haben uns seit November durch die deutliche Erhöhung unserer technischen Kapazitäten auf den Distanzunterricht im Lockdown 2021 vorbereitet.

Aus diesem Grund bedauern wir es sehr, dass es bei uns trotz allem zum Schulstart 2021 zu technischen Störungen gekommen ist, die zu zeitweisen Ausfällen geführt haben. Im Folgenden möchten wir auf die Hintergründe dieser Störungen eingehen.

Videokonferenzen-Modul

Für unsere digitale Schulplattform haben wir, basierend auf der Open-Source-Software BigBlueButton (BBB), eine Videokonferenz-Lösung aufgebaut. Dieses Modul läuft unabhängig von den IServ-Servern auf eigens von uns in Deutschland betriebenen Servern. Durch das außergewöhnliche Engagement unserer Mitarbeiter(innen) konnten wir unsere Videokonferenz-Lösung pünktlich nach den Osterferien 2020 starten. Wir waren damit der erste Lösungsanbieter, der in großem Maßstab datenschutzkonforme Videokonferenzen an deutschen Schulen durchgeführt hat. Abgesehen von wenigen kleinen Störungen lief das System auch unter den heftig schwankenden Zugriffszahlen stabil, sodass wir im Dezember bis zu 1,5 Mio. Videokonferenz-Teilnahmen pro Tag verzeichnen konnten.

Die Störung von Montagmorgen (11.01.2021) entstand aufgrund eines Konfliktes an der Vermittlungsstelle für Videokonferenzen, die für einen zeitweisen Ausfall auf bundesweiter Ebene sorgte. Im Vorfeld hatten wir unsere Serverkapazitäten für die Videokonferenzen vorsorglich noch einmal drastisch erhöht und sahen uns für den Ansturm des Schulstarts 2021 optimal gerüstet. Der Fehler lag jedoch im Detail: Eine einzelne Programmzeile sorgte dafür, dass die Zuordnung neuer Videokonferenz-Teilnehmer(innen) nicht mehr ordnungsgemäß funktionierte und die Nutzerinnen und Nutzer nicht in ihre Videokonferenz-Klassenräume weitergeleitet wurden.

Unsere Techniker(innen) konnten den Fehler schnell ausfindig machen und beheben. Seitdem laufen die Videokonferenz-Systeme mit IServ reibungslos. Wo es dennoch einmal hakte, bot unser technischer Support schnelle und unkomplizierte Hilfe. Zeitweise waren unter der Woche bis zu 170.000 Videokonferenz-Teilnehmer(innen) gleichzeitig aktiv, allein am Mittwoch verzeichneten wir mehr als 2 Millionen Beitritte in unsere virtuellen Konferenzräume.

Server-Probleme an Schulen

An einigen Schulen kam es zu Beginn der Woche zu einem "502 Bad-Gateway" Fehler, welcher durch eine zu gering skalierte Webserververbindung verursacht wurde. An einigen größeren Schulen führte es zu Problemen, wenn das Limit für parallele Verbindungen überschritten wurde. Dieser Fehler konnte durch ein Update behoben werden.

IServ setzt bei seiner Struktur auf das dezentrale Prinzip. Neben unserer Cloud-Variante, bei der wir das Hosting über eigene Rechenzentren in Deutschland betreiben, stehen die IServ-Server zumeist in den Schulen oder bei den Schulträgern vor Ort. Diese Server werden durch die Schulen oder Träger selbst betrieben. Leider sind bis heute einige dieser Server veraltet und von ihrer Kapazität nicht für das Distanzlernen ausgelegt. In den letzten 10 Monaten haben die Schulen und Träger mit unserer Hilfe bereits viele der betroffenen Server aufgerüstet oder ausgetauscht. Dennoch sind die Infrastrukturen noch nicht an allen Schulen so ausgelegt, dass ein Distanzunterricht im Homeschooling durchgehend reibungslos funktioniert. Dies ist zu Beginn dieser Woche vor allem bei einigen größeren Schulen in Form von Instabilitäten und Verzögerungen im IServ deutlich geworden. Schulen, die eine ausreichende Bandbreite und Server-Infrastruktur hatten, liefen stabil. Bei den vielen Nutzern unserer Cloud-Variante hatten wir sogar vorsorglich die doppelten Kapazitäten bereitgestellt, sodass es auch hier zu keinen nennenswerten Problemen kam.

IServ arbeitet wieder weitestgehend problemfrei - unser Appell an die Schulen

Mit der Behebung der Störungsquellen vom Wochenbeginn arbeiten die meisten Schulen mit IServ wieder problemfrei.

Dennoch gibt es weiterhin Probleme an einzelnen Schulen, die nicht über die ausreichende technische Infrastruktur verfügen, um die hohen Zugriffszahlen des Distanzunterrichts zu verarbeiten. Darum appellieren wir, wie schon seit Beginn der Pandemie, an alle Schulen und Schulträger, bei Lastproblemen vor Ort die technischen Rahmenbedingungen zu verbessern, wobei unser Support gerne berät und unterstützt.

IServ - Wir machen Schule besser!

Die Schuldigitalisierung hat sich vor allem während der Coronakrise extrem beschleunigt. Dennoch gibt es auf allen Ebenen noch viel Nachholbedarf.

Uns als Software-Entwickler, die vor 20 Jahren IServ aus einem Schulprojekt heraus gegründet haben und seitdem täglich Schulen digitalisieren, macht es stolz, an diesem Zukunftsprojekt mitzuwirken.

Es ist unsere größte Motivation, mit unserer Schulplattform und unseren Dienstleistungen die Digitalisierung der Bildung in Deutschland vorantreiben zu können und auf diese Weise "Schule besser zu machen". Die zahllosen positiven Rückmeldungen unserer Kunden während des gesamten letzten Jahres bestätigen uns darin.

Damit Deutschland im europäischen Vergleich zukunftsfähig werden und bleiben kann, muss der Ausbau der digitalen Infrastrukturen von der Politik unbedingt weiter vorangetrieben werden: WLAN, Bandbreiten und die technische Infrastruktur an den Schulen, die technische Ausstattung der Lehrkräfte und Schüler(innen), mehr personelle Kapazitäten an den Schulen und der Kompetenzaufbau im Umgang mit digitalen Medien sind dabei die wichtigsten Stellschrauben.

Distanzunterricht darf kein Regelfall werden

Dennoch sehen auch wir, dass der Unterricht so schnell wie möglich wieder in den Regelbetrieb mit Präsenzunterricht gehen muss. Flächendeckendes Homeschooling kann und darf nur das Mittel der Wahl in Ausnahmefällen wie dieser Pandemie sein. Bis dahin ist es unser größtes Anliegen, den Schülerinnen und Schülern einen möglichst reibungslosen und datenschutzkonformen Distanzunterricht zu ermöglichen.

Bleiben Sie gesund und neugierig, Ihr IServ-Team