Unterricht im Corona-Lockdown

Die Hürden der Digitalisierung an deutschen Schulen

Milliarden stehen bereit – doch für die Digitalisierung deutscher Schulen haben die Länder bislang nur einen kleinen Teil des Geldes abgerufen. Obwohl die Corona-Pandemie den Digital-Unterricht so nötig macht wie nie zuvor. Viele Eltern sind wütend, Lehrer müssen Spott und Häme einstecken.

Monika Dittrich, 04.01.2021


Schulaufgaben machen im Wohnzimmer mit Laptop und Internet während der Pandemie: Die meisten Schulen bieten aber nur rudimentären Online-Unterricht – oder nicht mal den Foto: picture alliance / dpa / KEYSTONE / Peter Klaunzer

Die Schule, die der russisch-amerikanische Science-Fiction-Autor Isaac Asimov 1954 in einer seiner Erzählungen beschreibt, diese Schule wirkt fast so, als hätte er sie für die Zeit einer Pandemie erdacht. Die Kurzgeschichte, fast 70 Jahre alt, wirkt aktueller denn je.

Sie handelt von zwei Kindern, Tommy und Margie, die in ferner Zukunft leben – und eine Schule mit Klassenzimmern und Lehrern und Mitschülern gar nicht mehr kennen. Jedes Kind wird nur noch von einem mechanischen Lehrer unterrichtet, einer Maschine, die bei den Kindern zu Hause im sogenannten Schulzimmer steht.

„Groß und schwarz und hässlich, mit einer großen Mattscheibe darauf, wo alle Lektionen gezeigt wurden, und mit einem Lautsprecher daneben, der die Fragen stellte. Aber das war nicht das Schlimmste. Der Teil, den Margie am meisten hasste, war ein Schlitz, in den sie die Hausarbeiten und die Antworten auf seine Fragen stecken musste. Alles das musste sie in einem Lochkode schreiben, den sie mit sechs Jahren gelernt hatte, und der mechanische Lehrer rechnete die Noten im Nu aus.“

Ein Schulzimmer zu Hause, ein mechanischer Lehrer und eine Mattscheibe, auf der Lektionen gezeigt werden: Das wäre jedenfalls eine Schule ohne Ansteckungsrisiko.

Öffnung der Schulen unwahrscheinlich

Und tatsächlich dürften sich manche Schülerinnen und Schüler während Corona-Lockdown oder Quarantäne gefühlt haben wie in der Zukunftsvision von Isaac Asimov. Allerdings können diejenigen von Glück reden, die einen Distanzunterricht mittels Computer überhaupt kennengelernt haben.

„Wir sind in Deutschland noch nicht so weit wie wir sein wollen, das ist klar“, sagte Stefanie Hubig im März vergangenen Jahres im Deutschlandfunk, als die Schulen gerade zum ersten Mal wegen Corona geschlossen worden waren. Die sozialdemokratische Bildungsministerin von Rheinland-Pfalz war bis Jahresende Präsidentin der Kultusministerkonferenz. „Nicht alle sind so weit, wie wir uns das wünschen würden und wie das jetzt in dieser Situation hilfreich wäre.“

Am Dienstag (5.1.2021) beraten Bund und Länder über den weiteren Kurs im Kampf gegen das Corona-Virus; eine reguläre Öffnung der Schulen mit voll besetzten Klassenzimmern gilt dabei als höchst unwahrscheinlich.

Schüler bekommen E-Mails mit Aufgabenblättern

Doch die Probleme mit Distanzunterricht und Online-Lernen, die sich bereits während des ersten Lockdowns an den Schulen zeigten, sind längst nicht gelöst. Bayern etwa musste im Dezember melden, dass die digitale Schulplattform Mebis überlastet war.

Auch anderswo in Deutschland gingen Schulserver in die Knie. Viele Schulen sind noch immer nicht mit Videokonferenzsystemen ausgestattet und somit gar nicht in der Lage, echten Digitalunterricht anzubieten.

Während unzählige, auch kleine Unternehmen in Deutschland in der Corona-Krise Online-Konferenzen etabliert haben und inzwischen ganz selbstverständlich per Video mit ihren Mitarbeitern im Homeoffice kommunizieren, bekommen viele Schüler hierzulande weiterhin bloß E-Mails mit Aufgabenblättern.

Spott und Häme für viele Lehrer

„Was hier deutlich wird, dass wir im Grunde genommen eine Fehlentwicklung haben, die vielleicht zehn oder fünfzehn oder vielleicht sogar zwanzig Jahre sich langsam entwickelt hat und jetzt kriegen wir mit Corona die ganz große Baustelle und wundern uns, dass wir die nicht von jetzt auf gleich in den Griff bekommen“, sagt Harald Willert, der lange Zeit Schulleiter an einem Gymnasium in Oberhausen war und jetzt Vorsitzender der Schulleitungsvereinigung Nordrhein-Westfalen ist.

Willert und seine Kollegen mussten sich in den vergangenen Monaten viel Kritik und auch Spott und Häme anhören. Als Beamte seien Lehrerinnen und Lehrer faul und unflexibel, viele seien in Digitalfragen überfordert oder einfach nicht willens, Online-Unterricht abzuhalten.

Mangel allerorten

Harald Willert lässt das nicht gelten. Unmotivierte Lehrer gebe es zwar – aber das seien Einzelfälle. Die allermeisten engagierten sich mit Leidenschaft und machten Überstunden, um ihre Schülerinnen und Schüler auch während der Pandemie gut zu unterrichten: „Ich möchte nicht, dass es hier zum Lehrerbashing wird. An dieser Stelle muss ich wirklich auch für mich den Strich ziehen.“

Wer pauschal über die Lehrer herziehe, mache es sich zu einfach, sagt der ehemalige Schulleiter. Und berichtet vom Mangel allerorten: Viele Schulen in Deutschland seien noch immer nicht ans schnelle Internet angebunden, viele Lehrer besäßen keine Dienst-Laptops und auch keine dienstlichen E-Mail-Adressen. Auch nicht alle Schüler seien mit tauglichen Endgeräten ausgestattet.

„Man muss natürlich sagen, dass über Jahre in den Ländern das Thema Digitalisierung des Unterrichtes ganz offensichtlich keine so große Rolle gespielt hat“, sagt Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesbildungsministerium und CDU-Abgeordneter. „Durch das Thema Corona ist allen noch mal vor Augen geführt worden, welche Chancen und Notwendigkeiten in der Digitalisierung des Unterrichts liegen.“

Tatsächlich hat die Corona-Krise schonungslos offenbart, wie es um die Digitalisierung deutscher Schulen bestellt ist. Dabei steht das Thema seit vielen Jahren auf der politischen Agenda. Studien und Umfragen zufolge ist aber nicht viel passiert.

„Das Geld liegt auf dem Tisch“

Weil Schulpolitik Ländersache ist, durfte der Bund die Schuldigitalisierung lange Zeit nicht fördern. Dafür wurde 2019 erst das Grundgesetz geändert, Artikel 104c. So konnte der „DigitalPakt Schule“ geschlossen werden, ein milliardenschweres Programm vor allem für den Aufbau einer digitalen Infrastruktur. Zum Beispiel für WLAN in den Schulgebäuden und zur Anschaffung digitaler Tafeln, sogenannter Smartboards. Anfangs gab der Bund fünf Milliarden Euro, die Länder steuerten 500 Millionen dazu. Wegen der Corona-Krise wurde kräftig aufgestockt, zum Beispiel für die Wartung digitaler Technik und auch für das Verleihen von Endgeräten. So schwoll der Topf an auf mehr als sieben Milliarden Euro.

Thomas Rachel: „Das ist wirklich eine Menge Geld und wir sind sehr froh, dass wir es jetzt schaffen, einen Schub für digital unterstützten Unterricht zu erreichen.“

Wobei der echte Schub erst noch kommen muss. Dem Bundesbildungsministerium zufolge haben die Länder bis Ende 2020 nämlich erst etwa 700 Millionen Euro abgerufen beziehungsweise beantragt. Also nur rund zehn Prozent – und das trotz Pandemie und Fernunterricht.

Bürokratische Hürden und Förderrichtlinien

Staatssekretär Rachel sieht die Länder am Zug: „Ich sage es mal anders: Das Geld liegt auf dem Tisch. Nehmen müssen es die Länder natürlich selber.“

Es sind wohl vor allem bürokratische Hürden, die die Investitionen bremsen. Die Schulen müssen ihren Bedarf zunächst in einem technisch-pädagogischen Medienkonzept darlegen. Damit wenden sie sich an die Schulträger, bei öffentlichen Schulen sind das etwa Städte und Gemeinden, bei Privatschulen kann das ein Verein sein oder eine Religionsgemeinschaft. Die Schulträger reichen die Anträge beim Land ein, wobei jedes Land eine eigene Förderrichtlinie hat. Auch die Vorgaben für die Medienkonzepte sind unterschiedlich.

„Das ist keine Doktorarbeit“, sagt Mathias Richter, Staatssekretär im nordrhein-westfälischen Schulministerium. „Das kann durchaus auf zehn Seiten untergebracht werden, was man vorzulegen hat. Wir haben dafür auch Handreichungen.“

Dem Land Nordrhein-Westfalen steht aus dem „Digitalpakt“ gut eine Milliarde Euro zu. Bis Jahresende wurden davon 223 Millionen beantragt. Sachsen und Hamburg gelten als Musterschüler bei der Digitalisierung, eher zögerlich werden die Mittel offenbar etwa aus Bayern und dem Saarland abgerufen.

„Wenn es Probleme gibt, muss das in jedem Bundesland betrachtet werden“, so Thomas Rachel vom Bundesbildungsministerium.

Warten auf Videolösungen

Auch die Vorgehensweise bei den sogenannten Lernplattformen oder Lernmanagementsystemen ist von Land zu Land unterschiedlich. Gemeint sind Computersysteme, um zum Beispiel Lernmaterialien digital auszutauschen, aber auch zur Kommunikation unter Lehrern und zwischen Lehrern und Schülern.

Einige Länder setzen auf eigene Entwicklungen, so zum Beispiel Bayern mit Mebis, das allerdings nicht störungsfrei läuft und von Nutzern immer wieder kritisiert wird. In Baden-Württemberg ist die landeseigene Bildungsplattform Ella gescheitert; für die versenkten Millionen gab es eine Rüge des Landesrechnungshofs.

Und auch Nordrhein-Westfalen brauchte viele Jahre, um sein System Logineo ans Laufen zu bringen. „Wir haben aber jetzt hier mit Logineo ein landesweit auch einheitliches Produkt, das funktioniert und angenommen wird und als attraktiv wahrgenommen wird“, lobt NRW-Staatssekretär und FDP-Politiker Mathias Richter.

Allerdings ist bislang nicht einmal jede dritte Schule in Nordrhein-Westfalen an Logineo angeschlossen. Und auf das lang ersehnte Videokonferenz-Tool werden die Nutzer wohl noch bis zum nächsten Schulhalbjahr warten müssen.

Neben den Bildungsplattformen der Länder gibt es auch noch die so genannte „Schul-Cloud“ des Hasso-Plattner-Instituts an der Universität Potsdam, die vom Bundesbildungsministerium gefördert wird.

Was kommt nach dem Digitalpakt?

Als Corona über die Schulen hereinbrach und sie dringend ausgereifte Lösungen brauchten für den Fernunterricht, entschieden sich viele kurzerhand für private Anbieter, zum Beispiel für Microsoft 365 mit der Videokonferenzlösung Teams.

Auch deutsche Mittelständler bieten entsprechende Software-Lösungen an, so etwa das niedersächsische Unternehmen IServ. „Die Nachfrage ist extrem angestiegen“, erzählt Jörg Ludwig. Vor rund zwanzig Jahren hat er das Unternehmen IServ gemeinsam mit einem Schulfreund gegründet; hervorgegangen ist das Produkt aus einem Jugend-Forscht-Projekt. Heute beschäftigt IServ mehr als hundert Mitarbeiter und hat bereits mehr als 4.000 Schulen in Deutschland mit der eigenen Plattform ausgestattet.

„Wir nennen das Schulplattform, weil wir den Anspruch haben, dass das ganze Spektrum an Anforderungen aus der Schule abgedeckt wird. Das ist eingeteilt in vier Bereiche: Kommunikation, also E-Mails, Messenger, dann haben wir den Bereich Organisation, dann Pädagogik, wo wir Videokonferenzen anbieten. Und dann der letzte Bereich ist die Netzwerkbetreuung, das heißt, wir können das ganze Schulnetzwerk mit allen Endgeräten, Druckern, W-Lan und so weiter versorgen.“

Der Diplom-Informatiker verspricht den Schulen, sie innerhalb von 45 Minuten, also einer Schulstunde, zu digitalisieren. Die IServ-Plattform koste rund fünf Euro pro Schüler und Schuljahr. In Online-Kursen erklären Administratoren, die selbst Lehrer sind, wie das System funktioniert.

Homeschooling sei auch für IServ eine Notlösung, sagt Firmenchef Jörg Ludwig. Die Schulplattform sei schließlich nicht für die Anwendung während einer Pandemie entwickelt worden. Allerdings habe die Corona-Krise die Schuldigitalisierung vorangebracht.

Mehr als Multimedia

Die Prozesse im föderalen Schulsystem seien dennoch langwierig und bürokratisch. Und auch der „DigitalPakt“, der bis 2024 läuft, ist aus seiner Sicht falsch angelegt: „Das große Problem, was wir sehen, ist, dass diese Mittel jetzt einmalig da sind, aber solche IT-Systeme natürlich auch langfristig fortgeführt, gewartet werden müssen. Und der Punkt wurde komplett übersehen. Dass man jetzt eigentlich schon darüber sprechen muss, was nach dem Digitalpakt kommt.“

Auch Nordrhein-Westfalens Schulstaatssekretär Mathias Richter plädiert für eine langfristige Finanzierung: „Im Moment leben wir vom Digitalpakt Schule bis 2024, von Sofortausstattungsprogrammen, von zeitlich befristeten Programmstrukturen. Und das kann keine dauerhafte erfolgreiche Finanzierungsgrundlage sein.“

Der CDU-Politiker Thomas Rachel, Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, hat für dieses Argument kein Verständnis: „Ehrlich gesagt, ich glaube, das ist jetzt nicht die Frage, die im Vordergrund steht. Es liegen Milliarden bereit, um für die Digitalisierung der Schulen genutzt zu werden. Und bevor man politische Debatten aufmacht, ob es danach noch etwas gibt, würde ich vorschlagen, dass man erstmal das, was an Geld da ist, dass dieses genutzt wird.“

Doch was soll mit den Milliarden überhaupt gemacht werden? Was ist das Ziel der Digitalisierung? „Digitalisierung in der Schule bedeutet nicht Multimedia-Einsatz. Das ist ein durchaus noch gängiges Missverständnis“, sagt Dennis Sawatzki. Er ist Erziehungswissenschaftler und leitet ein privates Institut für Schulentwicklung und Lehrerfortbildung. Er und sein Team bieten Trainings und Seminare für Lehrer an – auch zum Thema Digitalisierung in der Schule. „Es geht nicht darum, möglichst viele Geräte im Unterricht einzusetzen, sondern es geht um Digitalisierung von Konzepten, von Materialien, vor allem aber um Digitalisierung von Lern-, Kommunikations- und Arbeitsprozessen.“

Kinder werden zu Kunden

Dass während der ersten Schulschließung Schüler vor allem mit Aufgaben versorgt wurden, die zu Hause erledigt werden mussten, das sei eine bedauerliche Reduzierung auf eine einzige Sozialform, nämlich die Einzelarbeit, sagt Sawatzki. „Die Digitalisierung muss aus meiner Sicht auch damit einhergehen, dass alle Sozialformen ihre Berücksichtigung finden, weil sie wichtig sind für erfolgreiches und nachhaltiges Lernen. Und das ist es: Den Lehrkräften zu zeigen, wie kann denn so etwas wie Partnerarbeit, wie Gruppenarbeit gelingen, wie Plenumsarbeit gelingen.“

Digitalisierung sei aber nicht nur in der Corona-Pandemie wichtig, sondern könne den Unterricht grundsätzlich bereichern, sagt der Bildungsexperte. Etwa mit dem Konzept des Flipped Classroom: „Bisher ist der Unterricht ja häufig so gestaltet, dass im Unterricht das Wissen bereitgestellt wird. Das Konzept des Flipped Classroom geht von einer Umkehrung dieses Gedankens aus, dass die Schülerinnen und Schüler sich dieses Wissen zu Hause mittels digitaler Medien selbst erschließen können, und im Unterricht selbst findet das Üben, das Wiederholen, das Nachfragen, das Verständnissichern mit der Peergroup und mit der Lehrkraft statt.“

Allerdings macht Digitalisierung allein weder den Unterricht noch die Schulen besser. Viele Lernforscher warnen sogar davor, in der Schul- und Unterrichtsentwicklung zu einseitig auf Computer und auf Technik zu setzen.

Ralf Lankau ist Professor für Mediengestaltung und Medientheorie an der Hochschule Offenburg. Die Digitalisierung der Schulen ist seiner Ansicht nach zu einem Selbstzweck geworden: „Als gäbe es nichts anderes mehr! Und das ist natürlich völliger Quatsch. Digitale Medien sind wie analoge Medien ein Hilfsmittel im Unterricht. Aber wir müssen alle Medien, ob analog oder digital, wieder zu dem machen, was sie im Unterricht sind, nämlich Hilfsmittel.“

Er warnt vor einer Entwicklung wie etwa in den USA, wo an öffentlichen Schulen Lehrkräfte bereits durch Computer-Lernprogramme ersetzt und Leistungen von Schülern digital ausgewertet würden. Private Unternehmen gewönnen so Einfluss in Schulen; Kinder würden zu Kunden gemacht. Der Datenschutz sei oft mangelhaft.

Menschen statt Mattscheibe

Das größte Problem aber sei, dass in einer solchen Schule das echte Lernen auf der Strecke bleibe: „Für Verstehensprozesse brauchen wir den Dialog. Ein direktes, ein soziales Gegenüber, weil dann muss ich das, was ich gelesen oder geschaut habe, mit eigenen Worten formulieren. Dann sortiert sich das erst im Kopf und wenn ich Glück habe und mein Gegenüber mir sinnvolle Fragen stellt, dann klärt sich das. Und erst dann entwickelt sich das Verstehen.“

Studien und Erhebungen aus der Zeit des ersten Lockdowns im vergangenen Frühjahr zeigen: Am meisten haben darunter Schülerinnen und Schüler aus bildungsfernen Familien gelitten; ihr Lerndefizit war am größten. Weil sie zum Lernen keine Mattscheibe brauchen, sondern Menschen.

Ralf Lankau: „Also der Fokus müssen die Kinder und Jugendlichen sein und nicht die Technik und das ist komplett verdreht im Moment.“

Lehrer aus Fleisch und Blut

Die Erfahrungen aus dem Fernunterricht während der Corona-Krise sind aus Sicht vieler Lernforscher ein Beleg dafür, dass Schülerinnen und Schüler am besten gemeinsam lernen, in einem gemeinsamen sozialen Raum. Das wusste auch Isaac Asimov, als er 1954 seine Zukunftsgeschichte schrieb und die Protagonistin Margie überlegen ließ, welche Art von Schule ihr am liebsten wäre.

„Sie dachte an die alten Schulen zu der Zeit, als der Großvater ihres Großvaters ein kleiner Junge gewesen war. Alle Kinder aus der ganzen Nachbarschaft kamen dort lachend und schreiend im Schulhof zusammen, saßen miteinander im Klassenzimmer und gingen nach dem Unterricht zusammen nach Hause... Und die Lehrer waren Leute.“

Vielleicht ist das eine Lehre aus der Corona-Pandemie: Die Technik kann helfen, einen ansteckungsfreien Schulunterricht aufrecht zu erhalten. Doch kann sie gute Lehrer aus Fleisch und Blut nicht ersetzen.